One Fine Day

Dass ein Handy zum Standardinventar alleinerziehender Eltern gehören sollte, beweist die Komödie One Fine Day, in der Michelle Pfeiffer und George Clooney einen überdurchschnittlichen Katastrophentag erleben.


von Sven Schwyn


Es hätte so einfach sein können: Die Kleinen verbringen den Tag auf einer Schulreise, Melanie Parker (Michelle Pfeiffer) sichert ihre Karriere als Architektin eines ehrgeizigen Designerhochhauses und Jack Taylor (George Clooney) weiss sich mit einer Enthüllungsstory als Starjournalist bestätigt. Nichts da.

Statt dessen stehen die beiden Alleinerziehenden am Pier, von wo das Schiff mit dem Rest der Klasse gerade eben abgelegt hat. In der Hektik vertauschen sie dabei ihre Handys und bleiben deshalb für den Rest des Tages unfreiwillig miteinander verbunden.


Hoppla, Michelle!

The story about two busy people

Mit dem Kind an der einen und dem Handy in der anderen Hand versuchen sie, den immer mehr ausser Kontrolle geratenden Tag doch noch mit einem blauen Auge zu überstehen. Doch genau das will einfach nicht so recht gelingen. Nach einer unglücklichen Bauchlandung sieht das Modell des Hochhauses etwa so zerknittert wie Melanies Gesicht aus. Derweil wackelt Jacks Stuhl, hat doch die einzige Quelle für seinen mit Anschuldigungen nur so gespickten Zeitungsartikel einen Rückzieher gemacht. Beiden bleiben nur wenige Stunden, ihre Karrieren zu retten und ­ gleichzeitig ­ ihre enttäuschten Kids zu trösten: der Beginn eines turbulenten Teamworks.


Das postmoderne Nanny: George Clooney.

The story about too busy people

Obwohl die beiden Autorinnen Terrel Seltzer und Ellen Simon alle nötigen Elemente in ihr Drehbuch eingewoben haben (rührige Kinderaugen, liebevolle Eltern - fehlt eigentlich nur noch ein sabbernder Bernhardiner), schwingt One Fine Day über das Kalauern à la Kevin Home Alone oder die Heulsuselei von Sleepless in Seattle hinaus. So abgedreht und unglaubwürdig die Geschichte auch erscheinen mag, sie zieht einen doch in ihren Bann. Etwa wenn Jack sein Sexualleben dem Psychiater beichtet, es aber vor seiner ebenfalls anwesenden Tochter Maggie (Mae Whitman) nicht ganz so offensichtlich ausbreiten möchte und deshalb auf allerlei abstruse Metaphern zurückgreift. Sogar das obligate Happy-End, bei dem nach knapp 90 Minuten filmgerechtem Dauerregen pünktlich zur aufkeimenden Liebe die Sonne scheint, ist bei weitem nicht so kitschig, wie das jetzt vielleicht den Eindruck macht.

Die Hektik im Film wirkt vielleicht deshalb so echt, weil sie am Dreh auch real vorhanden war: Während nämlich Michelle Pfeiffer sich nebst der Rolle auch als ausführende Produzentin auszeichnet, arbeitete George Clooney gleichzeitig an einer neuen Staffel der TV-Servie Emergency Room, welcher er letztlich seine Karriere verdankt. «Wir mussten seinen dichtgedrängten Terminkalender nicht nur mit meinen Verpflichtungen abstimmen», meint Michelle Pfeiffer dazu, «sondern auch mit seinem Filmsohn Alex D. Linz, der gerade für McDonalds Werbespots drehte.» Die Kinderstars Alex D. Linz (als Sammy) und Mae Whitman (als Maggie) sind übrigens alles andere als unbeschriebene Blätter. Beide haben sie schon für etliche Film- und Fernehproduktionen vor der Kamera gestanden.



a

Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:One Fine Day (1996)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:3 (von 5)
 
Regie:Hoffman, Michael (I)
Drehbuch:Seltzer, Terrel
Simon, Ellen
Produktion:Obst, Lynda
Koproduktion:McLaglen, Mary
Ausf. Prod.:Guinzburg, Kate
Pfeiffer, Michelle
Kamera:Stapleton, Oliver
Schnitt:Craven, Garth
Musik:Friedman, Jud
Howard, James Newton
Rich, Allan Dennis
Ausstattung:Gropman, David
Kostüme:DeSanto, Susie
Besetzung:Clooney, George
Linz, Alex D.
Pfeiffer, Michelle
Whitman, Mae
 
Länge:108 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby
Prod.-firma:Via Rosa Productions
Rosa Productions
20th Century Fox
Fox 2000 Pictures
CH Verleih:20th Century Fox


[ Homepage ]


Copyright © 1997 20th Century Fox (Bilder)
Copyright © 1996, 1997 CineNet (Text)