One True Thing (1998)

Eine heile Familienwelt bricht auseinander, nur um an anderer Stelle wieder zusammenzuwachsen.


von Marc Mair-Noack


Carl Franklin, der sich mit nur zwei Inszenierungen, One False Move (1992) und Devil in a Blue Dress (1995), in der amerikanischen Filmwelt etablieren konnte, legt nun eine sentimentale Story um eine verzwickte Mutter-Tochter-Beziehung vor. Familie Gulden scheint auf den ersten Blick eine durch und durch harmonisch funktionierende Familie zu sein. Vater George (William Hurt) ist Professor und ambitionierter Schriftsteller, Tochter Ellen (Renee Zellweger) vergöttert ihren Vater und ist selbst erfolgreiche Journalistin, Sohn Brian (Tom Everett Scott) ist noch im College und Familienfrau Kate (Meryl Streep) fungiert als Herz des Hauses und umsorgt ihre Angehörigen mit liebevollem Einsatz. Soweit so gut, doch die Harmonie erhält einen empfindlichen Dämpfer, als sich Kate überraschend einer schweren Operation unterziehen muss.


George (William Hurt) ist das grosse Vorbild von Ellen (Renee Zellweger)

Annäherung an die Mutter

Kate hat Krebs. Von der Operation geschwächt, ist sie von nun an auf Hilfe angewiesen. Der autoritäre George verlangt von seiner Tochter, dass sie trotz ihrem Job in New York wieder nach New Jersey zur Mutter zurückkehrt und ihr beisteht. Damit beginnt eine konfliktreiche Zeit, denn Ellen konnte bisher das unbekümmerte und scheinbar oberflächliche Leben ihrer Mutter nicht wirklich akzeptieren, in das sie nun unerwartet wieder hineingerutscht ist. Während Kate durch die Therapie immer schwächer wird, lernt Ellen sie nach und nach wirklich kennen und sieht hinter die Fassade der stets heiteren Mutter. Doch während sich die zwei Frauen behutsam annähern, merkt Ellen auch, dass ihr hilfloser Vater nicht das Vorbild ist, das sie bisher in ihm gesehen hat.


Kate (Meryl Streep) wird von Ellen stets begleitet.

Hervorragende Besetzung

One True Thing basiert auf dem Roman «Die Seele des Ganzen» von Anna Quindlen. Carl Franklin verfilmte die Geschichte in ruhigem Tempo und zeichnet die unterschiedlichen Charaktere sehr sorgfältig. Die Story an sich ist rührend, aber nicht wirklich neu oder originell verfilmt. So bleibt die hervorragende Besetzung der Hauptrollen der einzige wirklich bemerkenswerte Aspekt von One True Thing, denn das Trio William Hurt, Meryl Streep und Renee Zellweger («Jerry Maguire») zeigt ein wunderbares Zusammenspiel. Besonders Meryl Streep erweist sich mit ihrer Darstellung der unbeschwerten Mutter Kate als wahre Idealbesetzung, die die krankheitsbedingte Entwicklung ihrer Figur erschütternd plausibel aufzeigt.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:One True Thing (1998)
Land:USA
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Carl Franklin
Drehbuch:Karen Croner
Anna Quindlen
Produktion:Jesse Beaton
Harry J. Ufland
Ausf. Prod.:Leslie Morgan
William W. Wilson III
Kamera:Declan Quinn
Schnitt:Carole Kravetz
Musik:Cliff Eidelman
Ausstattung:Paul Peters
Kostüme:Donna Zakowska
Besetzung:Patrick Breen
James Eckhouse
Gerrit Graham
Lauren Graham
Hallee Hirsh
William Hurt
Nicky Katt
Stephen Peabody
Tom Everett Scott
Meryl Streep
Renée Zellweger
Bobo Lewis
Harry O'Reilly
Saul Williams
 
Länge:127 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Ufland
Monarch Pictures
Universal Pictures
CH Verleih: United International Pictures


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