Operation Dumbo Drop

Wenn Komödianten wie Doug E. Doug oder Denis Leary sich für Buena Vista in Kampfanzüge stürzen, kann man schon befürchen, dass eine nicht unbedingt komische Kreuzung zwischen "Platoon" und "Junglebook" dabei herauskommt. Und das zurecht...



In Dak Nhe fordert der Vietnamkrieg ein ungewöhnliches Opfer: Ein Elefant wird von den Bösen, also den Viet-Cong, erschossen. Die Dorfbewohner machen Amerikaner, die von Dak Nhe aus einen versteckten Transportweg des Feindes beobachten, für den Tod des für sie heiligen Tieres verantwortlich. Und so sehen sich Captain Sam Cahill (Danny Glover) und Captain T.C. Doyle (Ray Liotta), der Cahill eigentlich hätte ablösen sollen, vor ein eigentümliches Problem gestellt: Woher einen Elefanten zaubern?


Der Senior (Danny Glover) und der Nazi (Ray Liotta):
Da braucht tier wirklich eine dicke Haut.

Bo-Tats grosse Reise

Die beiden Militärköpfe vertragen sich nur dummerweise ganz und gar nicht. Doyle will partout nicht einsehen, weshalb Cahill vor dem Ende seines Vietnameinsatzes noch eine gute Tat vollbringen möchte und blockiert dessen Bestrebungen entsprechend.

Für diese haarsträubende Mission bekommen sie ausserdem mindestens so haarsträubende Krieger zugeteilt. Da wären Ashford (Doug E. Doug) der - verständlicherweise - während seinen letzten Tagen im Vietnamdienst kein unnötiges Risiko mehr eingehen will; und Farley (Corin Nemec), ein Schussel vom Land. Schliesslich gehört auch der beaktenköfferte Beschaffungsoffizier Poole (Denis Leary) zum illustren Trupp, und der beschafft auch prompt einen Dickhäuter - am anderen Ende Vietnams. Natürlich ist von nun an auch ein kleiner Junge (Dinh Thien Le) mit von der Partie.

Lieber grau als grün.
Es beginnt eine Reise quer durch das Kriegsgebiet zu Wasser, zu Lande und - der Name lässt's erahnen - in der Luft, immer die bösen aber zum Glück so dämlichen Viet-Congs im Nacken. Der direkte Weg ins Happy-End wird noch einmal etwas verbogen, als die Mission offiziell für überflüssig und damit vorzeitig beendet erklärt wird. Doch der mittlerweile bekehrte Cahil und die übrigen Krieger klauen ein Flugzeug und werfen das Rüsseltier kurzerhand über dem Dorf ab. Die Geschichte endet mit den obligaten tiefen Heldenblicken, dem Däumchen-Hoch und Strammstehen. "Eine Geschichte über grosse Träume und kleine Wunder."


Gähn!

Die von wahren Gegebenheiten inspirierte Geschichte ist schlicht und ergreifend langweilig und mit heldenhaftem Gehabe überladen. Der Krieg wird zu einem netten, aber noch nicht einmal spannenden Rahmen für einen zugegebenermassen eigenartigen Transport zurechtgebogen und - wohl um bei den amerikanischen Zensurbehörden keine Alterslimite aufgebrummt zu bekommen - entsprechend entschärft und gezuckert. Das Ganze wirkt denn auch eher peinlich als komisch.

Ich kann den Film nur denjenigen empfehlen, die sich in diesem heissen Kinosommer mal eben in einem klimatisierten Kinosaal ein Weilchen aufs Ohr hauen wollen. (Daher der eine *.) Alle übrigen lassen lieber die Augen davon.

Sven Schwyn

Angaben zum Film Weitere Informationen gibt es hier.



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