Panther

"Power to the People!"


Alle zwanzig Minuten kommt im Ghetto ein neuer Panther zur Welt
Panther erzählt die Geschichte der Black Panther-Bewegung, einer umstrittenen Selbsthilfeorganisation, die Ende der 60er-Jahre für die Rechte der Schwarzen in den USA eingetreten ist. In einer interessanten Collage aus teilweise schwarzweissen Dokumentarelementen und Fiktion, die mehr als nur oberflächlich an Oliver Stones Monatagetechniken erinnert, werden die Anfänge der "Black Panther Party for Self Defense", ihr Aufstieg und der Beginn ihres Niederganges rekapituliert.

Eine Chronik der Black Panther-Bewegung
Im Jahre 1966, nachdem sie Zeugen des sinnlosen Todes eines kleinen Jungen bei einem Autounfall auf einer schlecht gesicherten Kreuzung in Oakland (Kalifornien) gewordern sind, schliessen sich einige junge Männer, darunter Huey Newton (Marcus Chong) und Bobby Seale (Courtney B. Vance), sowie der fiktive Erzähler, der Vietnam-Veteran und College-Student Judge (Kadeem Hardison) zu einer Selbsthilfegruppe zusammen, um sich gegen die Unterdrückung und die Ignoranz der weissen Stadtregierung zu wehren. Die Regierung hat es, trotz mehrerer Eingaben von Anwohnern, versäumt, an der gefährlichen Kreuzung eine Ampel zu installieren.

Nachdem eine friedliche Protestkundgebung der Bewohner der "Neighborhood" von Polizisten gewaltsam niedergeschlagen wurde, wird den jungen "Panthers" klar, dass Gewalt nur mit Gegengewalt verhindert werden kann. In der Folge setzen sie sich, meist bewaffnet, erfolgreich gegen die Unterdrückung, Rassismus und Polizeibrutalität ein. Ihre Thesen stützen sich dabei, vielleicht auch nur aus purer politischer Naivität, auf marxistisch- leninistische Grundlagen und ihre Aktivitäten finanzieren die "Black Panther" unter anderem durch den Verkauf der Mao-Bibel. Die Bewegung wächst, beginnt, sich über das ganze Land auszubreiten und wird, wohl hautpsächlich aus ideologischen Gründen, sogar von der weissen Friedensbewegung unterstützt. FBI-Chef J. Edgar Hoover (Richard Dysart) sieht in dieser unkontrollierbaren, gewaltsam operierenden Organisation eine Bedrohung für die innere Sicherheit des Landes und erklärt die "Black Panther" zum Staatsfeind Nr. 1 ("Public Enemy #1").

FBI-Mann Brimmer (Joe Don Baker) wird auf die Panther angesetzt und gewinnt Judge als Spitzel. Für Judge beginnt eien schwierige Gratwanderung zwischen den Fronten...

Panther ist ein visuell eindrückliches Dokudrama, das allerdings an einer übertriebenen Verherrlichung der Hauptfiguren krankt. Dadurch fehlt es dem Film einerseits an der nötigen Distanz, andererseits wird eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Charakteren verunmöglicht.

Angaben zum Film



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