Pünktchen und Anton (1999)

Die wunderschöne Kinder-Romanze aus den 30er-Jahren wurde in die heutige Zeit katapultiert, die voller Kaugummis, Mountain Bikes und Graffitis ist.


von Richard Schneider



für die Eltern folgt Schock auf Schock...
Pünktchen (Elea Geissler) und Anton (Max Felder) sind die dicksten Freunde, die man sich nur vorstellen kann, und verbringen ihre Zeit in harmonischem Zusammensein. Einmal jedoch, als sie sich nach der Schule in der Eisdiele treffen (Sommer sei Dank), wird Pünktchen mit fremden Sorgen konfrontiert: Als Tochter wohlhabender Eltern kann Pünktchen die unzähligen Glacé-Sorten geniessen, Anton hingegen muss als Angestellter bis zum nächtlichen Ladenschluss arbeiten. Die illegale Kinderarbeit wird vom Gelato-Cafe-Inhaber Giovanni zwar nur ungern gesehen, aber dennoch geduldet, denn Anton vertritt seine kranke, alleinstehende Mutter, damit sie ihren Job nicht verliert. Pünktchens Mutter wiederum arbeitet im Ausland für Kinderorganisationen und meldet sich bei der Familie nur per Videokassetten mit Aufnahmen von ihr und den Weisenkindern in Afrika; bei den kurzen Aufenthalten zu Hause interessiert sie sich nur am Rande oder gar nicht für die Gefühle ihrer zehnjährigen Tochter. Trost findet Pünktchen zu Hause nur bei ihrem ausgeflippten französischen Au-pair-Mädchen Laurence und der Haushälterin Bertha, die immer zu Spässen aufgelegt ist. Als Laurence wieder nach Frankreich zurückkehren muss, verspricht Pünktchens Mutter ihr einfach ein anderes Kindermädchen, worauf Pünktchen erbost sagt: «Ich will keine neuen Kindermädchen, ich will eine neue Mutter!» Die beiden «Kinderhelden» sind fest entschlossen, ihre Probleme zu lösen. Es soll jedoch alles noch viel komplizierter werden, dafür sorgen Pünktchen und Anton jeder auf seine Art. Nebenbei wird die Luxusvilla von Pünktchens Familie ein Ziel von unerwarteten kriminellen Handlungen.

Im Unterschied zur ersten Verfilmung aus dem Jahr 1953 unter der Regie von Thomas und Erich Engel wurde die Geschichte aus der damaligen Zeit komplett modernisiert. Der Münchner Filmemacherin Caroline Link (1998 Oskarnominiert für «Jenseits der Stille»), die für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet, ist es gelungen, Kästners moralische Geschichte dem heutigen Publikum mit Hilfe der vielen witzig-frechen Dialoge und unvergesslichen Gesang- und Tanzeinlagen näherzubringen. Wir können uns demnächst auf weitere, hoffentlich auch so gelungene Kästner-Verfilmungen freuen. Geplant sind noch «Emil und die Detektive» sowie «Das fliegende Klassenzimmer».



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Pünktchen und Anton (1999)
Land:BRD
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Caroline Link
Drehbuch:Erich Kästner
Caroline Link
Produktion:Uschi Reich
Koproduktion:Peter Zenk
Besetzung:Meret Becker
Juliane Köhler
Ulrich Tukur
August Zirner
 
Länge:107 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Bavaria Film GmbH
Lunaris Film
CH Verleih: Buena Vista


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