Ransom

Wenn Lösegeld zu Kopfgeld wird...



Tom Mullen (Mel Gibson) ist der Inbegriff des amerikanischen self-made Millionärs. Nach seiner Zeit bei der Air Force hat er eine der erfolgreichsten Fluggesellschaften gegründet. Zusammen mit seiner Frau Kate (Rene Russo) und seinem Sohn Sean (Brawley Nolte) bewohnt er ein luxuriöses Penthouse in Manhattan mit Blick auf den Central Park.

Die Familienidylle endet abrupt, als Sean auf einer Jugend Forscht-Veranstaltung im Central Park, praktisch vor der Haustüre des behüteten Heims, entführt wird. Per E-mail senden die Entführer ihre Forderung: 2 Millionen Dollar. Tom ist sofort bereit, alles zu bezahlen und nichts zu riskieren. Trotzdem informiert er das FBI. Der Kopf der Entführer jagt Tom durch die ganze Stadt, um sicher zu gehen, dass er nicht verfolgt werden kann. Es gelingt dem FBI jedoch, die Geldübergabe zu verpatzen und einen Entführer zu töten. In beiden Lagern kommt es erstmals zum Konflikt.

Tom und Kate Mullen sind nach wie vor bereit, das Lösegeld zu bezahlen. Auf dem Weg zur zweiten Übergabe jedoch wird Toms Unsicherheit grösser, ob die Entführer seinen Sohn übehaupt freilassen werden. Er entscheidet sich für einen anderen Weg. Mit den zwei Millionen vor sich ausgebreitet setzt er bei laufenden Kameras eines nahegelegenen Senders das gesamte Geld auf den Kopf des Entführers aus. Ein zermürbendes Nervenspiel beginnt...

Auf den ersten Blick fällt nicht auf, dass dieser Film von Ron Howard stammt. Man muss schon genau hinsehen, denn was uns der Hitregisseur hier präsentiert ist nicht das, was wir von ihm gewohnt sind. Mit Ron Howard verbinde ich Filme wie Cocoon, Splash, Backdraft oder Far and Away - luftig-leichte Komödie oder Heldenepos. Doch mit Ransom liefert uns Howard einen spannungesgeladenen Thriller mit mehreren unvorhersehbaren dramatischen Wendungen. Leider wird durch die erneute brutale Verdeutschung von englischen Filmtiteln die subtile Wortwahl des Titels völlig zunichte gemacht, wird dem Lösegeld doch eine weitere Funktion beigefügt.


Die Besetzung ist erstklassig. Von Mel Gibson erwartet man kaum weniger und auch seine Mitspieler glänzen. Besonders erwähnen möchte ich Gary Sinise, einer der aufsteigenden Charakterdarsteller unserer Zeit. Viel Aufwand wurde betrieben, um seine Rolle als New Yorker Inspektor möglichst authentisch darzustellen. Dennoch hat er weniger die Ausstrahlung eines Polizisten als vielmehr eines hochintelligenten Kriminellen, der alles durchgeplant hat und auf alles vorbereitet ist ­ zumindest denkt er das.

Eine der imposantesten Sequenzen sind die Einzelaufnahmen nach der Ankündigung des Kopfgeldes. Die Kamera verfolgt eindrücklich jeden der Beteiligten und fangt die Gefühle auf ­ so wie es nur Ron Howard schafft. Doch dies ist nur der Beginn der steigenden Spannung, die Ron Howard mittels Gefühlen und Konflikten der einzelnen Personen auch innerhalb ihrer "Familien" aufzeigt.

Peter J. Kunz


Angaben zum Film

Titel:Ransom
Genre:Thriller
Bewertung:****.
Länge:121 Minuten
Regie:Ron Howard
Drehbuch:Richard Price & Alexander Ignon
Produktion:Scott Rudin, Brian Grazer & B. Kipling Hagopian
Kamera:Piotr Hagopian
Musik:James Horner
Besetzung:Mel Gibson (Mad Max, Lethal Weapon, Braveheart, Hamlet, The Man Without A Face, Maverick)
Rene Russo (Tin Cup, Get Shorty, Outbreak, In The Line Of Fire)
Brawley Nolte
Gary Sinise (Apollo13, Forrest Gump, Of Men And Mice, Albino Alligator)
Delroy Lindo (Broken Arrow, Feeling Minnesota, Get Shorty, Clockers, Malcolm X)
Lili Taylor (I Shot Andy Warhol, Illtown, Girls Town, Four Rooms, Pret-a-Porter, Short Cuts)
Donnie Wahlberg
Verleih:Buena Vista International

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