The Rock

Fels der Entscheidung


Alcatraz, die berüchtigte Gefängnisinsel vor San Francisco war Schauplatz unzähliger menschlicher Tragödien. Inzwischen dient der "Fels", wie Alcatraz von seinen Insassen genannt wurde, als beliebte Tourismusattraktion.

Der heldenhafte General Hummel (Ed Harris) ist frustriert. Er ist der Meinung, dass die Familien seiner im Krieg gefallenen Soldaten von der Regierung zuwenig generös entschädigt wurden. Seine Briefe an die Regierung wurden geflissentlich ignoriert. Er beschliesst, das Recht selber in die Hand zu nehmen. Mit einigen seiner treuen Mitstreitern überfällt er ein Waffendepot der US-Streitkräfte, um Giftgas-Raketen zu klauen. Mit der gefährlichen Fracht bringt er Alcatraz mitsamt den sich dort aufhaltenden Touristen in seine Gewalt. Hummel droht, mit dem Giftgas ganz San Francisco auszulöschen, wenn die Regierung nicht 100 Millionen Dollar für die Hinterbliebenen der getöteten Soldaten bereitstellen würde.

Logischerweise ist die Regierung nicht bereit, auf solche Erpressungsversuche enizugehen. Das FBI schickt Goodspeed, einen Agenten und Experten für chemische und biologische Kampfstoffe (Nicolas Cage) nach San Francisco. Diesem wird relativ bald klar, dass nur ein Überfall auf Alcatraz den verrückten Hummel von seinem Ansinnen abbringen kann. Dummerweise ist es genauso schwierig, unerkannt auf Alcatraz zu gelangen, wie aus Alcatraz zu fliehen. Nur einem Häftling ist die Flucht von der Felseninsel jemals gelungen, dem ehemaligen englischen Agenten Mason (Sean Connery). Wenn Mason unerkannt flüchten konnte, wird er auch unerkannt reinkommen können, denkt sich das FBI. Doch Mason ist nur unter gewissen Bedingungen bereit, bei dem Unternehmen mitzumachen. Schliesslich wird man sich einig und Mason und Goodspeed, begleitet von bis auf die Zähne bewaffneten Soldaten, entern die berüchtigte Gefängnisinsel. Wird es ihnen gelingen, das Rennen gegen die Zeit zu gewinnen und die Giftgas-Raketen unerkannt unschädlich zu machen?

"The Rock" erfüllt alle Voraussetzungen, die an einen guten Actionfilm gestellt werden. Er ist spannend, es wird ausgiebig geballert, es gibt eine Auto-Verfolgungsjagd und, soviel sei bereits verraten, das Gute siegt am Ende über das Böse. Geschickt gelingt es den Filmmemachern, die Brutalitäten zu entschärfen, indem zum Beispiel Sets so ausgeleuchtet werden, dass man das Blut der Verletzten und Toten kaum mehr sieht. Dass die Story äusserst dünn und teilweise unlogisch daherkommt fällt inmitten der rasant geschnittenen Videoclip-Aesthetik des Regisseurs Michael Bay (Bad Boys) kaum auf. Das ganze Drumherum verhindert aber leider auch, dass die Hauptdarsteller (Darstellerinnen spielen in diesem Streifen nur eine Nebenrolle) ihre sonst beachtlichen schauspielerischen Qualitäten kaum entfalten können.

Martin A. Blatter

Angaben zum Film

Bewertung: ***..



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