Rush Hour (1998)

Vor der Übergabe von Hong Kong an China möchte der mysteriöse Verbrecherboss JunTao alle seine geraubten Kunstgegenstände ins Ausland schaffen, doch Polizeiinspektor Lee macht ihm einen Strich durch die Rechnung.


von Thomas Hunziker


Aus Rache lässt JunTao in der Folge die Tochter des nach L.A. versetzten chinesischen Botschafters entführen und fordert eine hohe Lösegeldsumme, die ihn für den Verlust der Kunstgegenstände kompensieren soll. Das FBI übernimmt sofort die Ermittlungen. Die Beamten sind wenig erfreut, als ihnen der Botschafter mitteilt, dass er sie durch den chinesischen Polizisten Lee (Jackie Chan) verstärken will. Das FBI besorgt sich kurzerhand einen «Babysitter» beim unbeliebten LAPD, dessen Dienstchef sofort den gesprächigen James Carter (Chris Tucker) für den Auftrag abkommandiert. Dieser löst nämlich mehr Probleme aus, als dass er Fälle auflöst. Carter ist über die Zusammenarbeit mit dem «Bureau» hoch erfeut, bis ihm erklärt wird, woraus sein Auftrag genau besteht. Als er dann seinen Schützling am Flughafen abholt, stellt Carter voreilig fest, dass Lee zu allem Übel kein Englisch spricht. Bald realisiert er jedoch, dass seine Vorstellungen über die sprachlichen, sowie fachspezifischen Qualitäten seines asiatischen Partners leicht verfälscht sind. Gemeinsam machen sich die beiden ungleichen Spürnasen auf die Jagd nach den Entführern.


Amerikanische Überredungskunst (Tucker, Chan)

Der Ruf des Geldes

Rush Hour ist der erste vollkommen in den USA hergestellte Film mit Jackie Chan. Bereits First Strike wurde aus den USA mitproduziert, doch erst Rush Hour ist, von verschiedenen Standpunkten her gesehen, ein wirklicher Hollywood-Film. Neben dem Versuch eine plausible Geschichte zu erzählen, ist natürlich Chris Tucker, der amerikanische Partner, der Chan an seiner Seite hat, das offensichtlichste Element. Dieser sollte für weitere, internationale Attraktivität des Produktes sorgen, was in den USA natürlich hauptsächlich bedeutet, dass der Film an den nordamerikanischen Kinokassen mehr Geld als Chans bisherige Filme einnehmen soll. In Asien ist Chan schon seit langem ein Star. Die Präsenz Tuckers bedingt, dass neben den erwarteten Kampfszenen Chans, auch die Wortgefechte in der Tradition von Eddie Murphy nicht zu kurz kommen sollten. Eingefleischte Fans von Chans akrobatischen Kampfeinlagen werden deshalb von diesem Film ein wenig enttäuscht sein, da die Action-Sequenzen, wie in amerikanischen Action-Komödien allgemein üblich, eher zu kurz kommen. Jackie Chan-Anhänger seien darum auf den Sommer vertröstet. Dann soll Jackie Chans Mr. Nice Guy in der Schweiz endlich ins Kino kommen, ein Film, der Chans akrobatischen und komödiantischen Qualitäten voll ausschöpft.


Furioser Auftritt in Hollywood (Jackie Chan)

...und doch nur ein Buddy-Movie

Jackie Chan sorgte in seinen bisherigen Filmen üblicherweise selbst für die Lacher. Für die Hollywoodproduzenten war dies jedoch zu wenig gewinnversprechend. So wurde, wie schon in zahlreichen Filmen zuvor, dem harten Einzelkämpfer ein grossmäuliger Kollege zur Seite gestellt, und fertig ist der unfehlbare Erfolg. Jackie Chan erfüllt dabei seine Hälfte des Abkommens. Da der Film allerdings in den USA gedreht wurde, musste er sich bei den Stunts leider zurückhalten. Wenn nämlich für einen Hauptdarsteller eine zu grosse Gefahr bestehen würde, könnte für den Film keine Versicherung abgeschlossen werden. Normalerweise übernehmen dann Stuntmen die Arbeit der Schauspieler in riskanten Szenen, was aber natürlich für Jackie Chan nicht in Frage kam. Wenig erfreulich ist auch, dass Chris Tucker zwar viel, und auch sehr schnell spricht, dabei aber nur wenig unterhaltsames von sich gibt (zumindest wenn man ihn mit Filmcops wie Eddie Murphy (Beverly Hills Cop), Will Smith, Martin Lawrence (beide in Bad Boys) und Chris Rock (Lethal Weapon IV) vergleicht). Wenn Rush Hour auch nicht an die Explosivität vorhergehender Buddy-Movies anknüpfen kann, so bietet er zumindest genügend Unterhaltung für einen kurzweiligen Kinobesuch.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Rush Hour (1998)
Land:USA
Genre:Actionfilm
Bewertung:
 
Regie:Brett Ratner
Drehbuch:Ross LaManna
Jim Kouf
Jeff Nathanson
Produktion:Roger Birnbaum
Leon Dudevoir
Jonathan Glickman
Arthur M. Sarkissian
Ausf. Prod.:Jay Stern
Kamera:Adam Greenberg
Schnitt:Mark Helfrich
Musik:Lalo Schifrin
Ausstattung:Robb Wilson King
Kostüme:Sharen Davis
Besetzung:Jackie Chan
Philip Baker Hall
Julia Hsu
Ken Leung
Rex Linn
Tzi Ma
Chris Penn
Manny Perry
Elizabeth Peña
Mark Rolston
Chris Tucker (I)
Tom Wilkinson (I)
Stanley DeSantis
 
Länge:97 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:New Line Cinema
CH Verleih: Rialto Film


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