Une saison au paradis

Wegen seiner politischen Haltung verbrachte der Dichter und weisse Südafrikaner Breyten Breytenbach mehr als sieben Jahre im Gefängnis. Ein Tagebuch.



Nach seiner illegalen Einreise aus dem Pariser Exil wird Breytenbach vom Südafrikanischen Justizapparat für Jahre einverleibt. Heute kehrt er mit seiner Frau Yolanda zurück und zeigt ihr sein geliebtes Heimatland. Festgehalten vom Schweizer Regisseur Richard Dindo lässt er auch das Kinopublikum daran teilhaben.

Breyten und Yolanda Breytenbach
Leider entpuppt sich die Erzählform Breytenbachs als offenbar wenig geeignet für das Medium Film. Alles Bewegende in dieser Dokumentation ­ der Schmerz, den ihm der Apartheidsstaat beibringt etwa ­ bleibt unnahbar weit weg an der Leinwand kleben. Zweifellos, für irgendwie mit Südafrika verbundene Menschen mag die für einen solchen Film unabdingbare Intimität zwischen Erzähler und Zuschauenden entstehen können. Wer jedoch nicht zu diesen gehört, kann spätestens das zehnte «Oh mein Afrika» so nicht mehr nachvollziehen und sehnt sich nach dem Abspann. Schade eigentlich.

Bleibt noch anzumerken, dass an der Pressevorführung die deutsche Fassung gezeigt wurde, die auch noch der Poesie Breytenbachs den Rest gibt. Wenn es so etwas wie Dichtung gab, so ging diese beim Übersetzen verloren. Deshalb kann ich blind die französische Fassung favorisieren, sie kann nur besser sein.

Sven Schwyn

Angaben zum Film

Titel:Une saison au paradis
Genre:Dokumentation
Bewertung:**. . .
Länge:112 Minuten
Regie:Richard Dindo
Kamera:Pio Corradi, Jürg Hassler
Musik:Soweto String Quartet
Besetzung:Breyten Breytenbach
Yolanda Breytenbach
Technik:35mm und Hi 8 Videotransfer
Verleih:Filmcooperative Zürich


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