Smoke Signals (1998)

«Was diese 'Rauchzeichen' so gut macht: Sie kommen von Herzen. Und das ist die eigentliche Überraschung bei diesem Film dass sein Blick ins Innenleben der indianischen Kultur voller Humor und Menschlichkeit ist.» (Washington Post)


von George Kupferschmid


Mit viel Witz und herrlicher Selbstironie versteht es Regisseur Chris Eyre bei seinem Spielfilmdebut eine Story zu vermitteln, die durch ihre Allgemeingültigkeit besticht und die Indianer als Menschen, als Leute mit Humor und komplexen Charakteren zeigt. Mit diesen gelungenen Bemühungen des Regisseurs und des Autors und Co-Produzenten Sherman Alexies verdient sich «Smoke Signals» die Sympathie der Zuschauer.


Auf dem Weg nach Arizona

On the road

Der ausschliesslich von amerikanischen Ureinwohnern geschriebene, inszenierte und co-produzierte Film «Smoke Signals» schildert mit den klassischen Zügen eines Roadmovies den Trip zweier junger Coeur-d'Alene Indianer, Victor (Adam Beach) und Thomas (Evan Adams), von Idaho nach Arizona. Grund für die erste Reise aus dem Reservat, ist der verstorbene Vater von Victor, Arnold, der seine Familie vor 12 Jahren verlassen hatte und dessen Asche es nun zurückzuholen gilt. Auf der Reise lernen die beiden ungleichen Männer viel voneinander und werden letzlich zu Freunden. In Arizona treffen sie Suzy Song (Irene Bedard), die letzte Freundin, Vertraute und womöglich die Liebhaberin von Arnold. Das wirklich Interessante an «Smoke Signals» ist der Umstand, dass im weiteren Verlauf des Filmes, immer klarer zum Ausdruck kommt, dass die eigentliche zentrale Figur, Victors Vater ist.


Busstopp - Victors Kriegerblick

Verdienter Optimismus

Der Regisseur Chris Eyre, der schon mit seinen Kurzfilmen 'Someone Kept Saying Powwow' und 'Tenacity' bekannt wurde, schaffte es zusammen mit Autor und Co-Produzent Sherman Alexis eine hingebungsvolle Geschichte auf Film zu bannen. Der Besetzung des Films verdankt das Roadmovie den eigentlichen Erfolg. Mit Gary Farmer als Arnold Joseph verpflichtet man einer der wenigen Native Americans, die im Filmgeschäft Fuss fassen konnten. Adam Beach als Victor Joseph ist auf dem besten Weg dazu. Irene Bedard als Suzy Song ist vor allem aus TV Produktionen und aus dem Film Pocahontas (Synchronstimme) bekannt und wirkt als pures Gegenteil von Victor und Thomas. Evan Adams als Thomas Builds-the-Fire brilliert in seiner ersten grösseren Spielfilmrolle als nerviger Kauz und mag mit seiner Leistung zu überzeugen.

Mit «Smoke Signals» verabschieden sich die indianischen Filmemacher von ihrern Anklage- und Opferrollen, ihren Statisten- und Minoritätenrollen. Durch ihren allgemeingültigen Inhalt kann die Geschichte dieses Films in jede beliebige Kultur portiert werden. Deswegen wirken die indianischen Darsteller auch so menschlich. Am diesjährigen Sundance Festival hat der Film gleich zwei der wichtigsten Trophäen, die 'Filmmakers Trophy' und den 'Dramatic Audience Award'gewonnen. Ob hinter den Rauchzeichen am Himmel des neuen indianischen Kinos mehr als nur ein Strohfeuer steckt, kann man noch nicht sagen. Zukünftige Produktionen werden zeigen, ob der Optimismus der indianischen Filmemacher berechtigt ist. Zu hoffen ist es allemal.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Smoke Signals (1998)
Land:USA
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Chris Eyre
Drehbuch:Sherman Alexie
Produktion:Roger Baerwolf
Larry Estes
Brent Morris
Scott M. Rosenfelt
Randy Suhr
Koproduktion:Sherman Alexie
Chris Eyre
Ausf. Prod.:Carl Bressler
David Skinner (I)
Kamera:Brian Capener
Schnitt:Brian Berdan
Musik:B.C. Smith
Ausstattung:Charles Armstrong (II)
Kostüme:Ron Leamon
Besetzung:Evan Adams
Simon Baker (I)
Adam Beach
Irene Bedard
Tantoo Cardinal
Molly Cheek
Gary Farmer
Cynthia Geary
Chief Leonard George
Michael Greyeyes
Darwin Haine
Cody Lightning
Robert Miano
Elaine Miles
Monique Mojica
Perrey Reeves
Tom Skerritt
Michelle St. John
John Trudell
 
Länge:88 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby
Prod.-firma:ShadowCatcher Entertainment
CH Verleih: Frenetic Film


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