There's Something About Mary (1998)

Währenddem Ted seine Verabredung Mary für den Abschlussball abholen soll, gerät der hoffnungslos in sie verliebte Jüngling in schmerzvolle Schwierigkeiten als sich sein Penis in seinem Reisverschluss verklemmt.


von Thomas Hunziker


Und das soll witzig sein? Nun ja, über schlechten Geschmack kann man sich bekanntlich streiten, und was Peter und Bobby Farrelly bisher in die Kinos brachten, liess sich nicht gerade als anspruchsvolle Unterhaltung bewerten. Dumb & Dumber festigte Jim Carreys Status als Kassenfüller und wäre ohne dessen Mitwirken wohl kaum so erfolgreich gewesen. Kingpin mit Woody Harrelson als widerwärtigen Bowler liess dann allerdings Zweifel über die Erfolgschancen weiterer Farrelly-Filme aufkommen. Niemand erwartete dann auch, dass There's Something about Mary ein grosser Erfolg beschert sein würde, was die Einspielergebnisse des ersten Wochenendes auch zu bestättigen schienen. Durch intensive Mundpropaganda avancierte die Komödie dann allerdings zum Überraschungshit dieses Sommers, dessen Einnahmen nur von Armageddon und Saving Private Ryan übertroffen wurden. Da das Budget für Mary aber um einiges tiefer war als für die beiden Blockbusters, geht Mary als Sieger aus dem diesjährigen Box Office-Rennen hervor.


Herz über Kopf verliebt (Ben Stiller).

Dreizehn Jahre später...

Gehen wir also weiter in der Geschichte, um zu sehen, was an diesem Film so speziell ist. Auch noch dreizehn Jahre nach dem unglücklichen Zwischenfall kann Ted (Ben Stiller) seine grosse Liebe (Cameron Diaz oder schlicht Mary) nicht vergessen. Auf Anraten seines besten Freundes Dom (Chris Elliot) engagiert Ted den Privatdetektiv Pat (Matt Dillon), der Mary in Florida aufspüren soll. Der Auftrag ist schnellstens ausgeführt, doch der schleimige Detektiv verliebt sich selbst in Mary. Um Ted von Florida fernzuhalten erzählt er ihm scheussliche Lügen über Mary. Mit Hilfe von Marys körperlich-behinderten Freund (Lee Evans, nicht zu verwechseln mit Marys geistig-behinderten Bruder) erhofft sich Pat ihre Zuneigung zu erobern. Bald stellt sich jedoch heraus, dass auch dieser in Mary verliebt ist. Ted ist mittlerweile auch in Florida eingetroffen, und sogar Dom taucht plötzlich mit rasendem Herzen unter der südlichen Sonne auf. Und schliesslich wäre da noch Marys ehemaliger fast-verlobter Brett Favre, Quarterback der Green Bay Packers.


Können diese Augen lügen? (Lee Evans)

Kleine Stars, grosses Geld

Vor einigen Jahren wären Schauspieler wie Ben Stiller oder Matt Dillon kaum in Komödien wie dieser zu finden gewesen sein. Offensichtlich fanden die beiden einen verlockenden Aspekt in Bobbys und Peters Drehbuch, den sie dann auch erfolgreich auf die Leinwand brachten. Es gehört Mut dazu in ein Drehbuch zu vertrauen, dass mit Witzen über Penise, behinderte Personen, eingegipste Hunde und allen möglichen ekligen Figuren und Gegebenheiten prall gefüllt ist. Doch hier handelt es sich eben nicht nur um eine Anhäufung von niveaulosen Witzen (über die man erstaunlich gut lachen kann), sondern nebenbei auch um eine Liebesgeschichte. Jeder kann sich in das Verlangen des Hauptdarstellers einfühlen und so lacht man nicht über ihn, vielmehr leidet man mit ihm, dabei kann man sich aber zwischendurch nicht helfen herzhaft zu lachen. Die gesamte Besetzung leistet hervorragende Arbeit ihre Dialoge treffend darzugeben, und wenn die Geschichte am Schluss doch noch vorhersehbar endet, so verzeiht man den Farrellys, da man den mittlerweile liebgewonnenen Figuren ihr Glück gönnt. Ein Nachteil für die Farrellys hat der Erfolg ihres neuesten Projektes allerdings: Die Erwartungen für ihren nächsten Film werden hoch sein, doch damit werden sie spielend fertig werden.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:There's Something About Mary (1998)
Land:USA
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Bobby Farrelly
Peter Farrelly
Drehbuch:Ed Decter
John J. Strauss
Peter Farrelly
Bobby Farrelly
Produktion:Frank Beddor
Mark Charpentier
Patrick Healy
Michael Steinberg
Bradley Thomas
Charles B. Wessler
Koproduktion:Marc S. Fischer
James B. Rogers (II)
Ausf. Prod.:Bobby Farrelly
Peter Farrelly
Kamera:Mark Irwin (I)
Schnitt:Christopher Greenbury
Musik:Jonathan Richman
Kostüme:Mary Zophres
Besetzung:Khandi Alexander
Marnie Alexenburg
W. Earl Brown
Keith David (I)
Cameron Diaz
Matt Dillon
Chris Elliott (I)
Lee Evans (I)
Brett Favre
Zen Gesner
Tommy Larkins
Jonathan Richman
Ben Stiller
 
Länge:119 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:20th Century Fox
CH Verleih: 20th Century Fox


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