The Spitfire Grill

Die "Inns" und "Diners" sind ein kultereller Bestandteil Amerikas. Ein reichhaltiges Menü in Mammutportionen sorgt seit mehreren Jahrenzehnten für das Wohl der Bevölkerung. Folglich hat auch die Filmindustrie diese Lokale oft als Schauplatz ihrer Filme verwendet.



Man trifft sich (Diner), überfällt es (Pulp Fiction) oder entscheidet über die Zukunft (American Graffiti), die Schicksale wurden zwischen zwei Clubsandwiches und einer Tasse Kaffee. besiegelt. Jede noch so verzwickte Lage wurde durch ein kulinarisches Gedeck entwirrt. Es entstand ein Subgenre, dass uns regelmässig einen Beitrag auftischt.


Flucht in die Einöde

Der Spitfire Grill ist der gastronomische Schauplatz und Titel von Lee David Zlotoffs Geschichte über die vorbestrafte Percy (Allison Elliot), die nach ihrer Haftentlassung in die abgelegene Kleinstadt Giliead zieht. In der rauhen, von kalten Winden umgebenen Provinz Maines hofft sie, ihrer Vergangenheit entfliehen zu können. Von Hannah (Ellen Burystin), der Besitzerin des lokalen "Grills", angestellt, schlägt der Anfangs-Kellnerin die Welle des Misstrauens hart ins Gesicht. Besonders Nahum (Will Patton), Hannahs Neffe profiliert sich als äusserst hartnäckiger Verfolger der Ex-Verbrecherin. Beistand erhält Percy schliesslich von Nahums Frau Shelby (Marcia Gay Harden). Die beiden Frauen entwickeln eine enge Freundschaft, der sich auch die alte Frau vorsichtig anschliesst, und selbst sie Bewohner des Ortes lassen ihre Vorurteile langsam fallen.


Vom TV zum Autorenfilm

Eine simple Geschichte,von der Neuling Zlotoff alles abverlangt. Der McGyver-Schöpfer nutzte das Potential seiner Figuren komplett aus. Die Verbindung dreier unterschiedlicher Frauentypen harmonisiert perfekt mit der amüsanten Borniertheit Gillieads von Kleinstädtern.Dabei durfte sich der Debütant stets auf die Leistung seiner drei Hauptdarstellerinen verlassen. Elliot und Harden geben die eindringlichste Frauenfreundschaft seit langem ab und Ellen Burystin setzt mit ihrer Rolle das entscheidende i-Tüpfelchen, das ihr seit ihrer oscar-gekrönten Leistung in Martin Scorseses 73er Streifen Alice doesn't live here any more fehlte. Aus der illusionslosen Mutter und Kellnerin von damals wurde eine sarkastische aber liebenswerte Grossmama, deren Einsicht in der Weitsicht und dem Verständnis liegt.

Beim Umgang mit der Linse ist Zlotoffs Herkunft leider allzu offensichtlich. Anstatt die gesamte Breite der Leinwand zu nutzen beschränkt er sich mit dem fernsehtauglichen Format 1:1.85. Rob Drapers Kamera fängt jedoch zu schöhne Landschaften und Gesichter ein, als dass man diese nicht im vollen Umfang sehen dürfte. Etwas mehr Offenheit hätte weder den Bewohnern Gilieads noch dem Spitfire Grill geschadet.

Serge Zehnder

Angaben zum Film

Titel:The Spitfire Grill
Genre:Tragik-Komödie
Bewertung:****.
Länge:117 Minuten
Regie:Lee David Zlotoff
Drehbuch:Lee David Zlotoff
Produktion:Forrest Murray
Kamera:Rob Draper
Musik:James Horner
Besetzung:Allison Elliot (Wyatt Earp, The Underneath)
Marcia Gay Harden (Miller's Crossing, Used People, Late for Dinner)
Ellen Burystin (The Last Picture Show, The Exorcist)
Will Patton (No Way Out, In the Soup, Copycat)
Technik:1:1.85
Verleih:Monopole Pathé Films

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