Star Trek VIII: First Contact

Sternzeit 50893.5, die Erde wird von den Borg bedroht, einer übermächtigen ausserirdischen Rasse kybernetischer Wesen. Ihr Ziel ist es, sich die biologischen und technologischen Besonderheiten der Menschen einzuverleiben, unsere Kultur der ihren zu unterwerfen. Widerstand ist zwecklos.




Das Spielfilmdebut von Jonathan Frakes dreht sich hauptsächlich um den Captain des Raumschiffs Enterprise, Jean-Luc Picard. Er hatte vor sechs Jahren (Sternzeit 43996.2) das zweifelhafte Vergnügen, von den Borg verschleppt und assimiliert zu werden. Als Locutus war er ein Teil ihres Kollektivs! Die Borg haben ein kollektives Bewusstsein, und das macht sie so faszinierend. Wenn etwas für sie keine Gefahr darstellt, wird es einfach ignoriert. Für mich sind sie zweifellos die interessantesten Gegner der ganzen Star Trek-Serie. "Freiheit ist irrelevant. Selbstbestimmung ist irrelevant. Tod ist irrelevant" (Brr...)

Borg? Sounds swedish to me
Picard spürt, dass die Borg etwas im Schilde führen. Und anstatt wie befohlen irgendwelche kartographischen Messungen durchzuführen und hilflos den ersten Niederlagen der Sternenflotte gegen die Borg über die Kommunikationskanäle zuzuhören, dirigiert er die Enterprise NCC-1701E zum Kampfgebiet und besiegt die Borg mit seinem instinktiven Wissen über ihre Schwachpunkte in einer eindrucksvollen Raumschlacht.

Doch damit nicht genug. Kurz bevor das kubische Mutterschiff der Borg zerstört wird, gelingt es einer Sonde der Borg, durch einen Riss im Raum-/Zeit-Kontinuum zu entwischen. Warum nur?

Die Idee ist so einfach wie brillant: Die Borg reisen in der Zeit zurück mit der Absicht, die Erde zu erobern, bevor die Menschen die Ueberlichtgeschwindigkeit entdecken und ersten Kontakt1 (First Contact) mit gutmütigen ausserirdischen Zivilisationen herstellen können! Das würde eine Erdbevölkerung von 9 Milliarden Borg zur Folge haben... Ueberflüssig zu sagen, dass unsere Helden mit der Enterprise hinterherfliegen, bevor die Raum-Anomalität verschwindet.

Es beginnt ein spannendes und doch auch für Star Trek-Laien leicht nachvollziehbares Rennen gegen die Zeit, in dem der von Patrick Stewart glänzend gespielte Captain Picard zwar zum ersten Mal gegen das höchste Gebot der Sternenflotte verstösst, aber dennoch glaubwürdig sein persönliches Ziel, die Vernichtung der Borg, zu erreichen versucht. Die Prime Directive verbietet nämlich, den natürlichen Ablauf der Entwicklung einer Zivilisation zu beeinflussen. Aber indem Picard zulässt, dass Lily (Alfre Woodard), die Assistentin von Zefram Cochrane2, auf die Enterprise gebeamt wird, bekommt sie zu sehen, was noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Neben den nicht von der Hand zu weisenden Parallelen zu Aliens gibt es nur eines auszusetzen: Das Auftauchen einer Königin der Borg, die Data die Vorzüge der Verschmelzung mit der Borg-Rasse schmackhaft macht, trifft einen echten Trekkie wie ein Schlag. Mit einer Anführerin, einem steuernden Individuum, wird das ganze Konzept der gemeinsam denkenden und handelnden Borg einfach über den Haufen geworfen. Natürlich ist sie makellos designed und wird von Alice Krige sensationell verkörpert. Aber die Borg wirken nicht mehr so grauenerregend wie als anonyme Einheit. Schade.

Wie schon in Star Trek IV: The Voyage Home unter Beweis gestellt wurde, muss ein Science Fiction-Streifen nicht zwangsläufig ernst sein. Obwohl die Bedrohung düster ist, kommt der Humor nicht zu kurz. Der holographische Arzt bekommt es mit den Borg zu tun, die das Schiff unter ihre Kontrolle bringen wollen; Zefram Cochrane (James Cromwell3) wird als Alkoholiker dargestellt, der sich mit Deanna Troi (Marina Sirtis) an einer Bar betrinkt; Data gibt Auskunft über die Vielzahl der Praktiken, für die er programmiert wurde, als die sexhungrige Borg-Queen ihn verführen will; Picard und Lily verwirren die Borg im Holodeck.

Assimilate this!
Die alte Faustregel, welche besagt, dass die geraden Star Trek-Kinofilme die guten und die ungerade numerierten die schlechten sind (mit Ausnahme von Nummer 3, Star Trek III: The Search for Spock), hat auch hier ihre Gültigkeit. Star Trek VIII: First Contact ist fast der beste von allen. Die Next Generation-Crew (mit Geordi ohne Visor! Ist er nicht allergisch auf Implantate??) zeigt, dass sie auch ohne die Altstars Kirk, Spock, Scotty und Co. zu einer überdurchschnittlichen Leistung fähig ist!

MoSH

1am 5. April 2063
SLIDESHOW
2der Erfinder des Warp-Antriebs
3 ja, das ist der alte Farmer aus Babe!

Angaben zum Film

Titel:Star Trek VIII: First Contact
Genre:Science Fiction
Bewertung:****½
Länge:110 Minuten
Regie:Jonathan Frakes
Drehbuch:Rick Berman, Ronald D. Moor & Brannon Braga
Produktion:Rick Berman
Kamera:Matthew F. Leonetti
Musik:Jerry Goldsmith
Besetzung:Patrick Stewart [Capt Jean-Luc Picard] (ST:TNG, Star Trek VII: Generations, Jeffrey, Robin Hood: Men in Tights, L.A. Story, Dune)
Jonathan Frakes [Cmdr William Riker] (ST:TNG, ST:DS9, ST:VOY, ST7:G, Camp Nowhere)
Brent Spiner [Lt Cmdr Data] (ST:TNG, ST7:G, Independence Day, Phenomenon, Stardust Memories)
LeVar Burton [Lt Cmdr Geordi LaForge] (ST:TNG, ST7:G, Parallel Lives, The Hunter)
Michael Dorn [Lt Cmdr Worf] (ST:TNG, ST:DS9, ST7:G, Timemaster, Rocky II, Demon Seed)
Gates McFadden [Dr Beverly Crusher] (ST:TNG, SST7:G, Taking Care of Business, The Hunt for Red October)
Marina Sirtis [Cmdr Deanna Troi] (ST:TNG, ST7:G, Waxwork II: Lost in Time, Blind Date)
Alfre Woodard [Lily Sloane] (Primal Fear, How to Make and American Quilt, Crooklyn, Grand Canyon, Scrooged, Extremities)
James Cromwell [Zefram Cochrane] (Eraser, The People vs. Larry Flynt, Babe, Romeo is Bleeding)
Alice Krige [Borg Queen] (Donor Unknown, Sleepwalkers, Barfly, King David, Chariots of Fire)
Spezialeffekte:Industrial Light & Magic
Technik:35mm Panavision, 2.35:1
Verleih:United International Pictures

Weitere Informationen gibt es hier.



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