Starship Troopers (1997)

Die Existenz der Menschheit wird von ausserirdischen Insekten bedroht.


von Thomas Hunziker


In der Zukunft wird die Bevölkerung der Erde nicht mehr in Nationalitäten unterteilt sein, sondern in zwei Klassen: die Bürger und die Zivilisten. Die Bürger sind diejenigen Menschen, die zwei Jahre in der Armee gedient haben und dafür das Stimmrecht erhalten, die Zivilisten werden zwar geduldet, wahrscheinlich aber nur mit Widerwillen. Doch auf diese Thematik geht der Film gar nicht erst ein, die Protagonisten sind fünf junge Schulabgänger, deren grösster Wunsch es ist, Bürger zu werden, und die deshalb gleich nach dem letzten Schultag in die Militärausbildung aufbrechen, fast alle in verschiedenen Einheiten. Am letzten Tag ihrer Ausbildung eskaliert der Konflikt mit den ausserirdischen Insekten, welche Buenos Aires, die Heimatstadt der Hauptdarsteller, vollkommen zerstören. Hasserfüllt machen sich unsere Helden auf die Reise, um sich für ihre Artgenossen zu rächen.


jede Menge Verkehr im All

Spezialeffektspektakel

Währenddem Verhoeven in den kontroversen Filmen Basic Instinct und Showgirls die Grenzen der Darstellung von Sex zu verrücken versuchte, reizt er mit Starship Troopers, wie auch schon mit Robocop zuvor, die Grenzverträglichkeit von Gewaltsszenen aus. In den regelmässig eingestreuten Informationssendungen des Militärsenders ertönt kurz eine kritische Stimme zur Eskalation des Konfliktes, schliesslich erinnert die Ausgangslage, welche die beiden Parteien in den Krieg treibt, stark an heute existierende Konflikte, so z.B. zwischen Israelis und Arabern oder Serben und Muslimen. Für jeden Ermordeten auf der einen Seite wird sofort Rache geschworen, nicht realisierend, dass auf diese Weise der Konflikt nie gelöst werden kann. Die Kritik kann leicht zur gerechtfertigten Ideologie gedreht werden, insbesondere da sie durch den ganzen Lärm und die brutalen, blutigen Kampfszenen zur Seite gedrängt wird. Die erwähnten Kriegsszenen in Starship Troopers, die mehrheitlich durch Computeranimation erzeugt wurden, zählen zu den aufwendigsten ihrer Art und sind, mit Ausnahme einer Einstellung, phantastisch gut gelungen.


gegen soviel Ungeziefer helfen auch patriotische Kammerjäger nicht

Verhoevens Kriegsverliebtheit

Für die Dialoge bediente sich Verhoeven hemmungslos an noch so klischeebeladenen Kriegsfilmelenten und überhöhte diese noch weiter, vom sadistischen Ausbildungschef bis hin zu den Treueschwüren vor dem Kampf. Die schönen Darsteller sind einerseits lediglich Dekoration, andererseits ist es ihre Aufgabe, die bestens bekannten Dialogzeilen mit möglichst viel Pathos und Überzeugung aufzusagen. Ausser den Kriegsfilmdialogen wurden viele Handlungselemente aus den klassischen Westernfilmen übernommen, in denen die Cowboys die Guten waren und die Indianer die Schlechten, und deshalb als minderwertige Primitive dargestellt wurden. Gleich wie in diesen Western lautet das Motto der Weissen: «Only a dead bug is a good bug.» Es bleibt zu hoffen, dass Verhoeven selbst diesen Film auch als Parodie und Diskussionsgrundlage versteht, ansonsten muss es sich bei ihm um einen psychisch schwer gestörten Menschen handeln, der nicht in der Lage war, seine Kriegserinnenrungen zu verarbeiten; als Kind erlebte Verhoeven den zweiten Weltkrieg in Holland und musste mitansehen, wie Menschen erschossen wurden.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Starship Troopers (1997)
Land:USA
Genre:Science Fiction
Bewertung:
 
Regie:Verhoeven, Paul
Drehbuch:Heinlein, Robert A.
Neumeier, Edward
Produktion:Davison, Jon (I)
Marshall, Alan
Koproduktion:Doel, Frances
Lumbrezer, Stacy
Neumeier, Edward
Tippett, Phil
Kamera:Vacano, Jost
Schnitt:Goldblatt, Mark
Ross, Caroline
Musik:Poledouris, Basil
Ausstattung:Cameron, Allan
Kostüme:Mirojnick, Ellen
Besetzung:Bell, Marshall
Bodine, Hunter
Brockman, Ungela
Brooks, Mylin
Brown, Clancy
Bruskotter, Eric
Busey, Jake
Cunningham, John (I)
Curry, Christopher
Darrius, Armand
Duronslet, Mara
Erb, Stephanie
George, Tami-Adrian
Gilliam, Seth
Gray, Bruce
Hall, Robert David
Harris, Neil Patrick
Ironside, Michael
Kane, Brad (I)
Kasdorf, Lenore
Lennox, Kai
Levin, Matt (I)
Lindsley, Blake
McCarthy, Julianna
McClanahan, Rue
Meyer, Dina
Muldoon, Patrick
Norris, Dean
Richards, Denise
Ruivivar, Anthony Michael
Smart, Amy
Strong, Brenda
Tann, Tyrone
Teo
Travis, Greg
Van Dien, Casper
 
Länge:129 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby SR-D
CH Verleih: 20th Century Fox


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