Striptease

Durch viel Wirbel wurde die Spannung um Striptease angeheizt, und man hat ausgerechnet, wieviele Sekunden Demi Moore topless zu sehen ist. Viel mehr steckt tatsächlich nicht hinter diesem Mix eines Krimis und einer rührseligen Mutter-tut-alles-für-ihr-Kind-Geschichte.



Erin Grant (Demi Moore) verliert das Sorgerecht über ihre Tochter an ihren kleinkriminellen und ihrer Ansicht nach psychopathischen Mann. Sie will jedoch um alles in der Welt ihre Tochter in Sicherheit, das heisst bei ihr, wissen und strebt darum einen weiteren, teuren Prozess an. Da sie ihren Job als FBI-Sekretärin verloren hat (wegen ihrem Mann, versteht sich), beginnt sie für gutes Geld in einer Bar zu strippen. Als der verkleidete Kongressabgeordnete David Dilbeck (Burt Reynolds) von einem Verehrer Erins erkannt wird, vermischt sich Sex mit Mord. Der Verehrer will Dilbeck nämlich erpressen, um der armen Erin zu einem kleinen Zustupf zu verhelfen. Dilbeck lässt natürlich nicht so mit sich umspringen, und so beginnt das grosse Töten.

Für eine minime Komik im Film sorgt Dilbeck - der sich selbstverständlich in die schöne Stripperin verliebt hat - mit seinen kleinen Perversionen und Schweinereien. So lässt er zum Beispiel eine (frischgewaschene!) Unterhose von Erin klauen, um sich damit zu vergnügen. Erin tanzt privat für Dilbeck und heckt dabei einen Plan aus, wie sie alle mysteriösen Machenschaften ans Licht bringen kann. Zuerst entführt sie jedoch ihre Tochter (Moores eigene Tochter Rumer Willis) und erhält Hilfe von einem freundlichen Cop (Armand Assante).

Sexy?

Es heisst, Demi Moore habe täglich 4 Stunden im Fitnesscenter geschwitzt, um in Striptease im warsten Sinne des Wortes eine gute Figur zu machen. Als Gegenleistung hat die bestverdienende Schauspielerin Hollywoods wohl genug Dollars für ihre Tanzeinlagen erhalten. Zur mit der Zeit nervenden Musik von Eurythmics schlängelt sich Erin um eine Stange und lässt ihren BH ins gutbetuchte Publikum fliegen. Ihr zur Seite tanzen weitere Stripperinnen, und so kommen im Kino auch Voyeure mit Vorliebe für Basketball-Busen auf ihre Rechnung. Es wäre allerdings billiger, Vox oder RTL einzuschalten, und eine der unzähligen Sex-Dokumentarsendungen zu schauen.

Einzig Vingh Rames (Marcellus aus Pulp Fiction) bringt ein wenig Ironie in die Schicksalsgeschichte einer Mutter, die auf ihre Art wie eine Löwin um ihr Kind kämpft. Er ist Türsteher im Stripclub, doch da er seinen Job hasst, versucht er mit Klagen à la "Hund stirbt in der Mikrowelle" reich zu werden. Er steht Erin bei und sorgt beim Showdown noch für einige witzige Momente.

Die ganzen Polit-Machenschaften sind viel zu komplex, um in einem Film, wo die meisten doch bloss Demi Moores Köreper sehen wollen, als Nebenhandlung zu spielen. Richtig kritisiert wird das System nicht; das Morden ist eine Selbstverständlichkeit und selbst eine Karikatur gelingt nicht richtig, obwohl Burt Reynolds schmieriger kaum sein könnte.

Striptease ist, kaum hat man das Kino verlassen, schon vergessen. Vielleicht erinnern man sich jedoch einmal - wenn man um ein Kind kämpfen muss zum Beispiel - wie man schnell viel Geld verdienen kann: Als Stripperin.
Flavia Giorgetta
Angaben zum Film

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