Tre uomini e una gamba (1997)

Ein unterhaltsamer Roadmovie voller filmischer Querverweise, der an so manchen Stellen komödiantisches Neuland betritt.


von Sandra Walser


Man ahnt schon, dass es schief herauskommt, wenn sich drei befreundete Männer um etwas wichtiges zu kümmern haben. Im lauen Filmchen «Three Men And A Baby» und seinem Sequel beispielsweise waren's ein Neugeborenes und ein anspruchsvolles Mädchen - jetzt ein Bein. Wohlverstaden, die Extremität, um die es hier geht, ist nicht etwa menschlicher Natur, sondern ein ziemlich hässliches, aber äusserst wertvolles Kunstwerk aus Holz. Dieses müssen Aldo, Giacomo und Giovanni (Aldo Baglio, Giacomo Poretti und Giovanni Scorti, ein in Italien sehr beliebtes Komikertrio) im Auftrag ihres jähzornigen Schwiegervaters durch halb Italien transportieren.


Auf zum Kampf ums Bein!

Unerwartetes

Das ist - grob gesagt - das, was sich in 100 Minuten so alles auf der Leinwand abspielt. Unspektakulärer könnte die Ausgangslage also kaum sein. Doch wer befürchtet, in einen langatmigen Roadmovie zu geraten, der wird schon nach wenigen Minuten eines Besseren belehrt. Freilich kommen in der Geschichte jene für Komödien unabdinglichen Elemente, etwa Reifenpannen, Unfälle und überzeichnete Verliebtheit, vor. In «Tre uomini e una Gamba» aber sind sie so umgesetzt, dass man sich richtiggehend auf das nächste Genre-Stereotyp zu freuen beginnt. Immer wenn man das erwartet, was sonst passiert, betritt der Film im Fortgang des vermeintlich bekannten Ereignisses komödiantisches Neuland. Dieses Spiel mit den Sehgewohnheiten der Zuschauer steht stellvertretend für das ganze Filmkonzept. So zitiert «Tre uomini e una gamba» auch in Bild und Ton unverblümt andere Filme - die Bandbreite reicht hier von «High Noon» bis zu Hollywood-Superkitsch- Romanzen.


«Vielleicht mag er mich ja doch?»

Lustvoll parodiert

Am wunderbarsten ist der Film schliesslich gerade in diesen Momenten des Zitierens. Dreimal passiert das auch in Form von Miniparodien auf berühmte Filme, in denen das köstliche Komikertrio auf schauspielerischen Hochtouren läuft. Am gelungensten ist jene anlehnend an Quentin Tarantinos Gangsterpossen «Pulp Fiction» und «Reservoir Dogs», in der sich drei etwas dümmliche Schurken aus Versehen gegenseitig in die Beine schiessen. Und im Dialog reihen sie selbstverständlich die obligaten Nebensächlichkeiten aneinander. Richtig kultig, als wär's vom Meister selbst - nur, dass es hier in breitestem Italienisch geschieht.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Tre uomini e una gamba (1997)
Land:Italien
Genre:Komödie
Bewertung:
 
Regie:Aldo (II)
Giacomo
Giovanni (II)
Massimo Venier
Drehbuch:Aldo (II)
Giorgio Gherarducci
Giacomo
Giovanni (II)
Lucio Martignoni
Massimo Venier
Produktion:Paolo Guerra
Marco Poccioni
Marco Valsania
Kamera:Giovanni Fiore-Coltellacci
Schnitt:Marco Spoletini
Musik:Marco Forni
Phil Palmer
Ausstattung:Maria Luigia Battani
Kostüme:Stefano Giovani
Besetzung:Carlo Croccolo
Giacomo
Marina Massironi
Aldo (II)
Giovanni (II)
 
Länge:100 Minuten
Negativ:35 mm
Prod.-firma:A.Gi.Di.
Rodeo Drive [it]


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