The Truth about Cats and Dogs

... versucht die Veterinärin Dr. Abby Barnes den von tierischen Problemen gestressten Zuhörerinnen und Zuhörer einer Talk-Radio-Station zu vermitteln. Sie liebt Tiere, bei Menschen jedoch kommt sie arg ins Trudeln.



Fotograf Brian (Ben Chaplin) hat ein solches tierisches Problem: Sein Hunde-Model Hank (Hank) läuft kaltschnäuzig auf Rollschuhen durch das Fotostudio. Völlig überfordert ruft Brian bei Dr. Abby Barnes (Janeane Garofalo, Bild oben) an und erhält vor versammeltem Radiopublikum Anstreichlungsunterricht in Sachen Hundeliebe. Prompt verliebt sich Hank in Brian, Brian in Hank und überdies... in die Stimme von Abby. Er möchte sie kennenlernen, ruft im Sender an.


"Bad dogs, mad dogs, sad dogs."

Doch so einfach geht das nicht. Abby ist dermassen davon überzeugt, dass sie klein, dick und hässlich sei und sowieso jeder Typ gleich schreiend Reissaus nehmen würde, dass sie das Rendez-vous platzen lässt. Als Brian nicht locker lässt, schiebt sie ihre neugewonnene Freundin Noëlle (Uma Thurman), 0815-Model und Schwarm aller 0815-Männer, vor. So flirtet Brian mal am Telefon mit Abby, mal schmilzt er beim Anblick Noëlles dahin. Taub und blind vor Liebe durchschaut er das Doppelspiel nicht.

Sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht:
Ben Chaplin mit Uma Thurman.
Während sich Noëlle anfangs nur als Köder für Brian sieht und entsprechend keine Gelegenheit auslässt, die beiden zusammenzuführen, entwickelt sie mit der Zeit eigene Gefühle. Gemeinsam versuchen sie, Brian in eine Entscheidung zu drängen, er soll wählen zwischen den äusseren Werten Noëlles und den inneren Abbys; ein Vorhaben, das im vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Nachdem sich die Wellen gelegt haben, organisiert Noëlle endlich die erlösende Situation, die Brian die wahren Verhältnisse offenbart. Zuerst überrascht, dann in seinem Stolz verletzt kehrt er beiden Frauen den Rücken. Doch Hank wird's schon richten ...

"Einen Film ohne sentimentalen Touch ..."

... wollte Regisseur Michael Lehmann drehen, keine leichte Aufgabe für eine Liebeskomödie. Doch es ist ihm erstaunlich gut gelungen. Natürlich müssen wir auf den obligaten Sonnenuntergang-am-Meer nicht verzichten, doch die witzigen, abgeklärten Dialoge vor allem zwischen Brian und Abby sind so in Szene gesetzt, dass dem Kitsch kaum eine Chance gegeben wird. Janeane Garofalo in ihrer ersten Hauptrolle mimt Abby mit viel Charme und Energie. Lediglich der Vorgabe "hässlich" entspricht sie ganz und gar nicht, aber welche Schauspielerin würde sich dafür schon hergeben.

Menschen sind so kompliziert:
Hank bei Herrchen Ben Chaplin
Bemerkenswert ist eine der Eröffnungsszenen, in der Hank mit seinen vier Pfoten in Rollschuhen steht und üeber das Set fährt. Sein Trainer Steve Berens hat ihm dabei nicht einfach einen Stoss gegeben, sondern wirklich das Rollschuhlaufen beigebracht. Von Lehmann in den richtigen Winkeln eingefangen entstand so eine aberwitzige Sequenz.

Kurz und gut: The Truth about Cats and Dogs (das in Deutschland unter dem mindestens so dümmlichen wie abgekupferten Titel Lügen haben lange Beine in die Kinos kommen wird) ist eine kurzweilige Liebeskomödie für Jung und Alt, Pärchen und Singles, Hunde und Menschen.

Als Vorfilm wird übrigens Ein kurzer beschissener Abend von Tim Trageser gezeigt.

Sven Schwyn


Angaben zum Film



Copyright © 1996 20th Century Fox (Bilder)
Copyright © 1996 CineNet (Text)