Two Bits

...fehlen klein Gennaro zum Glück. Nur "two bits", ein Quarter, zwei Dimes und ein Nickel oder ganz einfach 25 Cents. Soviel kostet der Eintritt zur Première im neu eröffneten Kinopalast Paloma. Wir befinden uns im Philadelphia von 1933, Rezessionsjahre.


Gennaro (Jerry Barone) ist ein vielleicht 13-jähriger Junge. Eine freundschaftliche Bande verbindet ihn und seinen Granpa (Al Pacino), der ihm noch zu Lebzeiten seinen letzten und einzigen Quarter (eine 25-Cent-Münze) vermacht hat. Und da Granpa sich für heute zu sterben vorgenommen hat, könnte er ja wirklich die Erbschaft vorschiessen. Doch so einfach geht es dann doch nicht.


Gennaros Traum

"Your stomach needs ..."

Von seiner alleinerziehenden Mutter (Mary Elizabeth Mastrantonio) kann Gennaro keine Unterstützung erwarten, sie muss so schon vor dem Ausgeben jede Münze zweimal umdrehen. Also versucht er, das Geld durch kleine Jobs zu verdienen, wobei er einige haarstäubende Erlebnisse macht. Die 25 Cents rücken in immer greifbarere Nähce und schliesslich hat er sie beisammen. Doch beim Kino angekommen, folgt eine kalte Dusche: Nach 6 Uhr kosten die Tickets das Doppelte - und es ist fünf Minuten nach. Geknickt geht Gennaro nach Hause und scheint seinen Traum aufzugeben.


Philosophieren ohne Altersschranken:
Jerry Barone und Al Pacino

"... your heart wants!"

Granpa geht es unterdessen immer schlechter: "I suffered enough without dying, maybe I can die without suffering." Als letzte Bitte schickt er seinen Enkel noch zu einer Braut aus längst vergangenen Tagen, die er damals mit einem Eheversprechen ins Bett gelockt hat. Irgendwie vergibt sie ihm und öffnet so die Tür für Granpas Himmelfahrt. Amen.

Mit dem letzten Atemzug öffnet sich Granpas Faust und wie von magischer Hand geführt rollt der Quarter genau vor Gennaros Füsse. "Do what your heart wants!" Der Junge erfasst die letzten Worte seines Grossvaters und... "Heaven looks like the brandnew Paloma!"


Alter Al

Ganz nett, aber ...

Obwohl die Geschichte an sich einen gewissen Charme hat, bleibt Two Bits doch die neuerliche Verfilmung eines bekannten Stoffes. Aber um gegen Filme wie beispielsweise Cinema Paradiso bestehen zu können braucht es doch mehr, als diese zuckersüsse Tränendrüsenattacke. Der in Basel aufgewachsene und wohnhafte Produzent Arthur Cohn hat in der Vergangenheit immer wieder eine glückliche Hand bei der Wahl der Scripts gehabt, seine Filme gewannen etliche Oskars und er erhielt seinen Stern auf dem "Walk of Fame", doch in diesem Fall kann man das nicht gerade behaupten. Trotz schöner Bilder, schöner Gesichter und schöner Kulisse fehlt das gewisse Etwas unter der oberflächlichen Geschichte, welches diese Art Film verspricht.

Sven Schwyn

Angaben zum Film



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