Urban Legend (1998)

Jeder kennt sie oder hat von ihnen gehört - den düsteren, urbanen Legenden. Wäre es nicht ein Nervenkitzel, wenn sich das Grauenvolle tatsächlich ereignen würde?


von George Kupferschmid


Im Fahrwasser des Erfolgstreifens «Scream» ist mit Urban Legend ein weiterer Film entstanden, der das bereits totgesagte Horror-Genre wieder auferstehen lassen will. Newcomer Jamie Blanks inszenierte mit kleinem Budget und einer attraktiven Besetzung (alles angesagte Hollywood-Jungstars) einen unterhaltsamen, leicht verdaulichen Gruselfilm, der «Otto Normalverbraucher» wohl schockieren, den Horror-Liebhaber aber eher kalt lassen wird. Spannung und Schrecken in wohldosiertem Masse, mit auflockernden Momenten des Humors, erinnern ans Strickmuster früherer Schmalspurproduktionen. Der Film bietet leichte Kost für Hardcore Freaks, aber durchaus spannende Unterhaltung mit garantiertem Schrecken für den nicht gegen Nervenkitzel gefeiten Normalkinogänger. Kaum zu glauben, dass sich der Umstand, «Scream» nicht gesehen zu haben, einmal als Pluspunkt herausstellen würde.


«Niemand will mir glauben ...»
Die Geschichte dreht sich um eine Reihe von Morden am erfundenen Pendleton College, irgendwo versteckt an der amerikanischen Ostküste - ein Platz, der offensichtlich 24 Stunden am Tag dunkel und stürmisch ist. Natalie (Alicia Witt) und ihre Freunde belegen dort einen Kurs über urbane Mythen und Legenden, diesen unauthentischen, aber angeblich wahren grausigen Horror-Erzählungen, welche immer den Anspruch erheben, dass sie «wirklich einem Freund eines Freundes passiert sind». Natalie's Clique wird besessen von dem Thema, speziell als der 25. Jahrestag eines blutigen Kampus-Massakers näher kommt, und Studenten und die Fakultät sich mit den eigenen Leichen im Keller befassen.
Schade nur, dass weder Paul (Jared Leto), Starreporter der Uni-Zeitung, noch Natalie selbst (welche offensichtlich das eigentliche Ziel der Attacken ist), oder Natalies schöne aber magersüchtige Freundin Brenda (Rebecca Gayheart) in die nächste Videothek schlendern, um «Scream» auszuleihen. Denn dann hätten sie wahrscheinlich schon viel früher gewusst, wer der Killer ist, und der Film wäre schneller vorbei gewesen.


Ahhhhhhhhhhh!
Urban Legend ist nichts Neues, noch schlimmer: richtig hemmungslos wurde das Motiv und das Vorgehen des Mörders bei «Scream» abgekupfert. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, so sehr der Film für den fleissigen Kinogänger ein sehr billiges Déjà-vu ist, schlechter als viele seiner zahlreichen «low-budget»-Vorgänger aus den grauen Zeiten vor «Scream» ist Urban Legend nicht - jedoch auch nicht besser! Ist man also mit dem Inhalt von «Scream» nicht vertraut, kann man getrost ins Kino gehen und sich mit Urban Legend gut unterhalten.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Urban Legend (1998)
Land:USA
Genre:Horrorfilm
Bewertung:
 
Regie:Jamie Blanks
Drehbuch:Silvio Horta
Produktion:Gina Matthews
Michael McDonnell
Neal H. Moritz
Brian Leslie Parker
Ausf. Prod.:Brad Luft
Kamera:James Chressanthis
Schnitt:Jay Lash Cassidy
Musik:Christopher Young (II)
Ausstattung:Charles Breen
Kostüme:Mary Claire Hannan
Besetzung:Loretta Devine
Robert Englund
Rebecca Gayheart
Danielle Harris
Joshua Jackson
Jared Leto
John Neville
Tara Reid
Alicia Witt
 
Länge:99 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm Scope (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Phoenix Pictures
CH Verleih: 20th Century Fox


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