Very Bad Things (1998)

Very Bad Movie


von Heinz Gnehm


«Achtung: Dieser Film kann Depressionen auslösen!» müsste eigentlich auf das Filmplakat gross als Warnung aufgedruckt werden. Wenn Sie bisher immer an das Gute im Menschen geglaubt haben, wird Sie dieser Film umgehend eines Besseren belehren. Kaum zu glauben, welche seelischen Abgründe hier aufgetan werden, in denen jeder und jede etwas zu verbergen hat. Eigentlich schade, dass diese Abgründe auch die Machart beeinflusst haben und die Depressionen deshalb nicht nur von der Geschichte, sondern vom ganzen Film verursacht werden. Dabei hätte die Handlung ideale Voraussetzungen für eine bissige und schwarze Komödie geboten. Stattdessen machen aber billige Schockeffekte und eine lärmige und stellenweise sogar nervige Inszenierung die gute Grundidee zunichte und das Lachen bleibt einem förmlich im Halse stecken.


Die erste Beerdigung in der Wüste...

Polterabend in Las Vegas

Alles beginnt damit, dass die fünf Freunde Kyle (Jon Favreau), Boyd (Christian Slater), Moore (Leland Orser) sowie die beiden Brüder Adam (Daniel Stern) und Michael (Jeremy Piven) beschliessen, den Polterabend von Kyle in Las Vegas gebührend zu feiern. Der ausgelassene Abend endet aber unprogrammgemäss mit zwei blutüberströmten Leichen im Badezimmer. In dieser verfahrenen Situation wird Boyd zum Wortführer, und statt die Polizei zu verständigen, wird beschlossen, die beiden Leichen heimlich in der Wüste von Nevada zu vergraben. Das Verhältnis der Freunde zueinander hat durch dieses schreckliche Ereignis allerdings dauerhaften Schaden genommen und artet nach und nach in Mord und Totschlag aus. Nichtsdestotrotz hält Kyles Verlobte Laura (Cameron Diaz) an der geplanten Hochzeit fest und lässt sich auch durch die sich häufenden Beerdigungen nicht von ihrem Ziel abbringen.


...bleibt leider nicht die letzte!

Shallow Movie

Eine ähnliche Ausgangslage war vor einigen Jahren bereits Inhalt des schottischen Films «Shallow Grave.» Was dort dank Ironie und viel Zynismus noch recht gut funktioniert hat, gerät in «Very Bad Things» schon bald zu einer Farce. Statt der beabsichtigten schwarzen Komödie wird uns hier eine Mischung aus «I Know What You Did Last Summer» und «My Best Friend's Wedding» gezeigt, die aber Spannung und Humor gleichermassen vermissen lässt. Obwohl die schauspielerische Leistung der fünf Hauptdarsteller sicher beachtlich ist, kommt sie im Übermass an Gewalt und Geschrei nicht so recht zur Geltung. Wenn Kyle in einer der besten Szenen des Films eine spontane Grabrede hält und darin an das Gute im Menschen appelliert, hätte man das gleiche auch dem ganzen Filmteam wünschen mögen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Very Bad Things (1998)
Land:USA
Genre:Krimi
Bewertung:
 
Regie:Peter Berg (I)
Drehbuch:Peter Berg (I)
Produktion:Cindy Cowan
Laura Greenlee
Diane Nabatoff
Michael Schiffer
Ausf. Prod.:Ted Field
Michael A. Helfant
Scott Kroopf
Christian Slater
Kamera:David Hennings
Schnitt:Dan Lebental
Musik:Stewart Copeland
Ausstattung:Dina Lipton
Kostüme:Terry Dresbach
Besetzung:Bob Bancroft
Rob Brownstein
John Cappon
Trey Davis
Pancho Demmings
Angelo Di Mascio Jr.
Cameron Diaz
Jon Favreau
Steve Fitchpatrick
Blake Gibbons
Brian Grandison
Linda Klein
Tyler Cole Malinger
Marilyn McIntyre
Russell B. McKenzie
Leland Orser
Byrne Piven
Jeremy Piven
Lawrence Pressman
Christian Slater
Daniel Stern
Jeanne Tripplehorn
Joey Zimmerman (I)
 
Länge:101 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Ton:Dolby Digital
Prod.-firma:Interscope Communications
Initial Entertainment Group
CH Verleih: Elite Film


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