Vollmond (1998)

Bei Vollmond verschwinden in der ganzen Schweiz 12 Kinder unter mysteriösen Umständen. Die Polizei tappt im dunkeln und können für die verwirrten und untröstlichen Eltern keine Erklärung liefern.


von Mathias Ulrich


Die ganze Entführungsdramatik beginnt in einer Villa am Zürichsee. Irene Escher (Lilo Baur) beginnt sich zu sorgen, da ihr Sohn Toni nicht nach Hause kommt. Doch an jenem Freitag, an dem Toni auf dem Weg zur Schule verschwunden ist, ist landesweit noch elf weitere Mädchen und Buben im selben Alter spurlos verschwunden, und zwar auf alle vier Sprachregionen der Schweiz verteilt. Der Kriminalkommissar Anatol Wasser (Hanspeter Müller) wird Leiter einer schweizerischen Sonderkommission, die das Rätsel der landesweiten Entführung von 12jährigen Kindern auflösen soll. Bald stürzen sich die Medien auf den senstationsträchtigen Fall und belästigen die Eltern der Kinder skrupellos. Im Alltag der betroffenen Familien passieren nun immer häufiger ganz seltsame und irritierende Dinge, für die weder die Eltern noch die Polizei eine Erklärung haben.


Irene Escher und Kommissar Wasser rätseln über die Entführung.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Der Film von Fredi M. Murer ist eine gelungene Zusammenarbeit der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Da der Kinobesucher normalerweise gewöhnt ist, einen Film entweder auf Englisch oder Französisch zu hören, so sprechen die Personen in «Vollmond» in Schweizer Dialekt, Französisch, Italienisch oder sogar in Romanisch. Unsere vier Landessprachen wurden von Murer gut in Szene gesetzt und führt uns den Multikulturraum Schweiz vor Augen. Die ganze Geschichte ist durchwegs von mystischen Elementen durchzogen, die den Zuschauer neugierig stimmen. Doch mit reiner Logik ist das Entführungsdrama nicht erklärbar. Murer meint hierzu: «Ein Plädoyer für weniger Logik und mehr Phantasie.»


Die Mütter treffen sich, um Klarheit zu schaffen.

Was ist Wirklichkeit?

«Vollmond» ist eine witzige, dramatisch-ironische Geschichte, die den Zuschauer fesselt. Der Film läuft aber oft in Gefahr, nicht vorwärts zu kommen und lässt ein bisschen Langeweile aufblitzen (Die Gesamtdauer des Films beträgt 156 Minuten.). Aber diese hält nicht lange an, da sie durch Humor und interessante Filmszenen abgelöst wird. Das Drama ist mit der Zeit von einer Mystik umgeben, die die Wirklichkeit mit einer Traumwelt (oder ist diese vielleicht die reale?!) verbindet und den Zuschauer auf Irrwege führt. Für alle Kinogänger, die über die Grenzen des Erfassbaren blicken wollen.



Kinoprogramme

Angaben zum Film

Titel:Vollmond (1998)
Land:Schweiz
Genre:Drama
Bewertung:
 
Regie:Fredi M. Murer
Drehbuch:Fredi M. Murer
Produktion:Marcel Hoehn
Koproduktion:Karl Baumgartner (III)
Raimond Goebel
Bruno Pesery
Kamera:Pio Corradi
Musik:Mario Beretta
Ausstattung:Susanne Jauch
Kostüme:Claudia Flütsch
Besetzung:Angelika Bartsch
Lilo Baur
Sara Capretti
Teco Celio
Gerd David
Benedict Freitag
Mariebelle Kuhn
Yolande Moreau
Hanspeter Müller
Max Rüdlinger
Joseph Scheidegger
 
Länge:156 Minuten
Negativ:35 mm
Bild:35 mm (Farbe)
Prod.-firma:T&C Film
CH Verleih: Columbus Film


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